Seit einigen Jahren schaue ich regelmäßig Videos des Creators Wirtual. Seine Dokumentationen über Weltrekorde aus der Trackmania-Spielreihe (TM) sind zu einem Meme geworden. Und sie sind richtig gut. Es brauchte nur ein Video und ich blieb hängen, obwohl ich kein TM spiele.

Mich begeistert, dass ein Teil der Community Rekorde jagt – über Jahrzehnte! Sie entwickeln Tools, um besser zu analysieren, tauschen sich über mögliche Shortcuts aus, finden neue Mechaniken und probieren ihre Ideen aus. Zehnttausende Versuche. Tausende Stunden. Mehrere Jahre. Sie machen weiter. Sie hören nicht auf. Sie bleiben dran. So lange, bis Wirtual sagen kann: „Und dann hatte XY diesen Lauf.“

Voller Ehrfurcht sehe ich dann, wie ein Spieler es schafft, schwere Mechaniken so oft zu verbinden, dass er immer wieder an den Punkt kommt, wo eine Wahrscheinlichkeit jenseits von 1:10.000 über seinen Erfolg entscheidet. Und das will dann zu Ende gebracht werden, damit der alte Weltrekord um eine Tausendstelsekunde geschlagen wird. Absoluter Wahnsinn!

…und das Leben

Mich begeistert auch, dass Wirtual in seinen Dokus TM immer auf das Leben bezieht. Jedes Video enthält mindestens eine echte Weisheit. Manchmal klingt das komisch, weil doch nur einer ein Spiel gespielt hat … Aber (frei nach Frank Lantz): Was für eine Person nach Zeitverschwendung aussieht, kann für eine andere Person das Streben nach Transzendenz sein – Spiele machen das: zwischen dem Tiefgründigen und dem Trivialen pendeln. Und das feiern wir hier ja auch:

Genau wie die Rekordjäger in TM erlebe ich in meinem Leben immer wieder, dass ich vor scheinbaren Unmöglichkeiten stehe und öfters mal einen Rückschlag erlebe. Das prüft oft meine Beziehung zu Gott. Aber weil mein ganzes Leben ein Lauf mit Gott ist – voller Faszination, Begeisterung, Leidenschaft – steht für mich fest, was auch für die Rekordjäger bei TM feststeht: Ich werde dranbleiben!

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