Vor ein paar Tagen bekam ich nach einem Match ein kleines Feedback von einem Freund zu meinem Verhalten während des Spiels. Ich hatte ihn in einer Situation auf seine Entscheidung ansprechen und ihm einen Tipp geben wollen. Leider formulierte ich diesen absolut positiv gemeinten Gedanken so, dass man ihn auch als Vorwurf verstehen konnte.

Ich verstand sofort, dass seine gereizte Reaktion darauf zumindest teilweise meine Schuld war. Etwas überraschter war ich, als er mich darum bat, zukünftig keine Tipps während des Matches zu geben. Als ich darüber nachdachte, wie es dazu kommt, nahm Gott mich mit zurück in eine Erkenntnis, die ich vor einigen Jahren hatte. Ich habe sie mir so vermerkt: “Niemand interessiert sich für deine Wahrheit, wenn du dich wie ein Arschloch verhältst.” Nein, nein. Ich war natürlich kein Arschloch. Aus dieser Erkenntnis folgte etwas, dass ich wieder vergessen hatte.

Weißt du, ich liebe es, Tipps zu geben. Einerseits, weil ich es genieße, die #Erfolge von anderen mit ihnen zu feiern. Andererseits, weil ich es liebe, mich zu verbessern und aus dem Grund immer schon gerne mit besseren Spielern gespielt habe. Das Problem an dieser Szene war halt leider, dass ich nur auf mich fokussiert war. Wenn ich davon ausgehe, dass ich die Wahrheit habe und nur auf mich fokussiert bin – vielleicht sogar den richtigen Motiven zum Trotz – verliere ich mein Gegenüber aus dem Blick.

Die Frage, die mir Gott damals mit der Erkenntnis ins Herz gab, lautet: “Was braucht er denn?”. Wenn ich jemanden gegen seinen Willen mit dem Kopf auf die Wahrheit stoße, bleiben Kopfschmerzen zurück. Aber wenn ich (auf) jemanden achte, liebe ich ihn zur Wahrheit hin. Das ist mit meinen Tipps beim Gaming dasselbe, wie damals, als ich unbedingt mit dem einen Typen auf der verrückten Party über Gott sprechen wollte…

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