Dieses Bild steht stellvertreten für einen Traum. Was wünscht du dir für deine Kinder?

Wenn ich Eltern frage, was sie sich für ihre Kinder wünschen, dann lautet die Antwort meist in etwa „Ich möchte, dass sie ihr Leben genießen. Sie sollen sich ihre Träume erfüllen können, gesund und glücklich sein.“ Diese Antwort finde ich großartig, denn sie enthält alle Aspekte, um die es in diesem Beitrag geht.

Leider gibt es Dinge, die diesem Wunsch für die eigenen Kinder anscheinend entgegenstehen; und ein derzeit besonders häufig als Gegner ausgesuchtes Thema ist Gaming. Beinahe täglich hört oder liest man beispielsweise von der enormen Suchtgefahr, die nur darauf wartet, sich die Kinder zu schnappen. Ich möchte dir heute sagen: Keine Angst! Mit diesen drei Grundsätzen trägst du dein Möglichstes dazu bei, dass deine Kinder ihre Leben wie ihre Spiele meistern.

1. Mündigkeit fördern

Mündigkeit besteht für mich aus zwei Komponenten, nämlich
– Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Unabhängigkeit
– Fähigkeit zur Reflexion

Mündige Menschen merken was sie tun. Sie sehen ihr Handeln und können daraus Rückschlüsse ziehen. Sie können erkennen, von welcher Qualität ihre Handlungen waren und voraussagen, ob sie mit ihrem Verhalten zur Erfüllung ihrer Träume gelangen können. Mündigkeit hilft ihnen, die Kontrolle zu behalten, einfacher eigene Ziele zu setzen und zu erreichen, negativen Stress zu vermeiden und langfristig zufrieden zu sein.

Da steckt doch schon viel vom typischen Wunsch der Eltern drin, den ich eingangs erwähnte. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern Mündigkeit fördern:
– Wenn du mit deinen Kindern immer wieder über ihre Wünsche und Ziele sprichst, wie sie sie erreichen können und sie ermutigst Verantwortung dafür zu übernehmen;
– Wenn du mit deinen Kindern immer wieder zurückblickst, mit ihnen gemeinsam ihre Erlebnisse und ihr Verhalten betrachtest, sie fragst, was sie darüber denken und sie ermutigst, daraus für die Zukunft zu lernen,
– dann trägst du bereits eine Menge dazu bei, dass sich dein Wunsch für deine Kinder erfüllt!

2. Gesunde Beziehung bauen

Dr. med. Frank Fischer, Oberarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, sagte beim Fachtag „Kindheit, Jugend, Medien“ im Kreishaus Detmold, 11/2018, in etwa den folgenden Satz:

„Ja, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind wegen einer Spielabhängigkeit da. Aber für unsere Arbeit ist das kaum relevant. Wir bearbeiten in erster Linie psychische Problem wie Bindungsstörungen aus der frühen Kindheit, Depressionen, etc.“

Warum erzähle ich das? Wenn ich über gesunde Beziehungen nachdenke oder höre, was Menschen sich an Beziehungen wünschen, dann gelange ich zu diesen drei Qualitäten: Wertschätzung, Treue, Vertrautheit. Eine Beziehung, die davon geprägt ist, zieht zueinander hin. Sie ist stabil genug, Stürmen zu trotzen. Und auf diese Art ist sie auch ein maßgeblicher Faktor, wenn du deine Kinder vor Spielabhängigkeit schützen möchtest. Warum? Weil sie eine Verhaltensabhängigkeit ist, die durch psychische Krankheiten stark bedingt wird.

Wer in einem Umfeld mit gesunden Beziehungen aufwächst, hat also gute Chancen, diese psychischen Probleme zu umgehen. Aber auch für das Miteinander bringt eine gute Beziehung Vorteile. Spätestens wenn die Kinder in die Pubertät kommen, werden, basierend auf der Qualität der Eltern-Kind-Beziehung, erfahrungsgemäß große Unterschiede im Konfliktmanagement der Parteien erkennbar.

Wenn es zu so einer Zeit zwischen Eltern und Kindern zu Auseinandersetzungen rund um das Thema Medien kommt und keine von Wertschätzung, Treue und Vertrautheit geprägte Beziehung vorhanden ist, finden sich Eltern häufig in einer aussichtslosen Situation. Die wichtigste Arbeit, die jetzt von Eltern getan werden kann, ist eine gesunde Beziehung aufzubauen. Drei Aspekte hierzu:
– Festlegungen (Du bist süchtig. Du hilfst nie. Du spielst immer nur die blöden Spiele.) unterlassen.
– Offene Fragen (Was, wozu, wie) stellen.
– Präsent sein, statt kontrollieren.

Wenn du Zuhause eine Kultur der Wertschätzung, Treue und Vertrautheit lebst, dann trägst du bereits eine Menge dazu bei, dass sich dein Wunsch für deine Kinder erfüllt!

3. Spiel ermutigen

Die erste Aussage auf meiner Website lautet: „Das Leben ist ein Spiel und wer nicht spielt, der lebt nicht“. Als Motto benutze ich die Ermutigung: „Play Life – Find Gems“. Ich bin komplett davon überzeugt, dass die Grundsätze des Spiels und des Spielens mit den Grundsätzen unseres praktischen Lebens deckungsgleich sind. Wer spielt ist aktiv und kreativ. Passivität und übermäßiger Konsum macht träge, aber spielen belebt. Das ist mein dritter Punkt. Was genau es damit auf sich hat, steht in diesem Artikel. Ich behaupte: Wer seinen Kindern diesen wahren intrinsischen Wert des Spiels und Spielens klar machen kann, wird erleben, dass sie ihre Leben wie ihre Spiele meistern; mit Leidenschaft, Freude, Ehrgeiz, Kreativität, Dankbarkeit und Genuss.

Was wünscht du dir für deine Kinder, wie förderst du sie und was ist dir an Beziehung wichtig? Schreib mir gerne, wenn du Fragen hast.

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