Playing from behind isn’t just a skill in LoL, but a life skill as well.

Gbay99

Cheater im Gegnerteam oder toxische Mitspieler? Heute geht einfach nichts rein und der blöde 64-Tick-Server ist natürlich schuld?

Der Trick, um aus diesem negativen Setting, ein möglichst positives oder produktives Erlebnis zu machen liegt darin, etwas anzuwenden, das ich „Mindset der Möglichkeiten“ nenne. Diese Haltung funktioniert in Spiel und Leben. Sie ermöglicht es, in jedem Nachteil, in jeder Herausforderung, in allem Negativen eine Chance zu sehen.
Und das sind die 3 Schlüssel:

  1. Situation akzeptieren
  2. Problem identifizieren
  3. Erfolg definieren

Schlüssel 1: Situation akzeptieren

Kennst du die fünf Phasen des Sterbens von Elisabeth Kübler-Ross? In dieser Theorie geht es nicht um körperliches Sterben, sondern was bei Menschen angesichts ihres Abschieds vom Leben abgeht. Nein, das ist keine unnötige Überdramatisierung einer Spielsituation. Du siehst gerade dein Spiel, deine Laune und deine wertvolle Zeit sterben. Diese Phasen zu verstehen, ist super wichtig – trust me! Denn bei unseren Spielen ist Zeit essenziell. Je besser du also die Phasen kennst, desto schneller kannst du sie überwinden. Je schneller du sie überwindest, desto besser deine Chancen, ein positives Spielerlebnis zu haben. Hier sind die Phasen und wie sie sich im Spiel ausdrücken:


Randnotiz: In der zweiten Phase kann es zum TILT kommen. In diesen beiden Videos lernst du, was es mit dem Tilting auf sich hat und


  1. Leugnen – Es kann nicht wahr sein!
    Im Spiel: „Oh, waaaas? Als ob! Welp, nice shot…“
  2. Zorn – Wer hat mir das angetan?
    Im Spiel:
    • Gegner: „Scheiß Cheater! + [Irgendwas über irgendeine Mutter im all-chat.]“
    • Mitspieler: „OMG, was tust du? Du musst XYZ!“
  3. Verhandeln (flüchtige Phase) – Wie kann ich es wieder gut machen? (Karma-Gedanke)
    Im Spiel: Kurzes Zusammenreißen. „Okay, ganz ruhig, eine Chance noch!“
  4. Depression – Ich kann es nicht abwenden. Depressive Äußerungen und Alles-egal-Einstellung
    Im Spiel: „Ich hätte aufhören sollen. Alles schon wieder Kacke hier.“ + report/troll/feed/afk
  5. Akzeptanz – Es ist okay.
    Hier wird es spannend, denn an dieser Stelle kommen nicht alle Spieler an. Wenn ich afk gehe, das Spiel verlasse, gekickt/gebannt werde, oder das Spiel aufgebe (durch ff oder innere Leidenschaftslosigkeit), bleibe ich in einem negativen Vibe gefangen. Diesen nehme ich dann für eine gewisse Zeit in mein RealLife oder das nächste Spiel mit. Wenn ich es aber in die fünfte Phase schaffen, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten:
    • ff ist möglich: „report, ff, abhaken, nächstes Spiel wird besser.“
    • ff ist nicht möglich: „report, Perspektivwechsel.“

Perspektivwechsel? Erklärung folg. Weiterlesen!

Schlüssel 2: Problem identifizieren

Schon klar. Wenn wir spielen, wollen wir gewinnen. Bei Erfolgserlebnissen werden viele körpereigene Morphine ausgeschüttet. Das fühlt sich großartig an. Diese Gefühle sind unter anderem von unserer Erwartungshaltung abhängig. Wenn wir also unsere Ziele anpassen, dann richten wir unsere Psyche darauf aus, am Ende gut, statt schlecht drauf zu sein. Klingt zu einfach? Ja, es braucht womöglich ein wenig Training. Aber es funktioniert.

Das eigentliche Problem in einem negativen Spielkontext ist, dass meine Zielsetzung nicht realisierbar scheint. Meine Erfolgserwartung wird enttäuscht und die Biochemie meines Gehirns reagiert entsprechend. Glücklicherweise sind wir nicht zwingend von unseren Gefühlen abhängig. Wir können lernen sie zu steuern – Schlüssel 1 dient genau dazu. Wenn wir diese Gefühle wahrnehmen und akzeptieren, können wir einen neuen Kurs festlegen.

Die jetzige Herausforderung und wichtigste Aufgabe ist jetzt, so schnell wie möglich meine mitgebrachte Erwartungshaltung zu identifizieren. Je länger ich brauche, desto mehr Nachteile habe ich im Spiel. Wahrscheinlich habe ich mir vor dem Spielen meine Erwartung nicht bewusst überlegt. Ich stelle mit Fragen à la: Wie ging es mir vor dem Spiel? Worauf hatte ich mich eigentlich gefreut? Weshalb wollte ich spielen?

Eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen ist die halbe Miete, mich zum Erfolg zu führen.

Schlüssel 3: Erfolg definieren

Der Weg, den ich jetzt mit meiner alten Erwartungshaltung gehe, ist von verschiedenen Dingen abhängig. Dazu gehören Kontext, Werte, Vision und einige Weitere. Ich bin jetzt herausgefordert, kreativ zu sein. Mein Erfolgsziel anzupassen hat mit Problemlösung zu tun. Ich habe ein Problem? Wie kann ich das Problem bewältigen? Was muss ich dann fokussieren? Problemlösung ist die Essenz des Lebens – und deshalb auch des Spielens. #playlife

Hier sind zwei Beispiele, die ich oft anwende:

  • Meine neue Erfolgsdefinition kann ein Meilenstein auf dem Weg zur alten Erfolgsdefinition sein. Bsp.: Anstatt das Spiel gewinnen zu wollen, will ich mich darauf konzentrieren, vor meinem Ableben alle Nades zu benutzen.
  • Es kann sein, dass ich einen anderen Motivator fokussiere (Motivatoren sind beispielsweise Macht, Zusammengehörigkeit und Leistung. Sie haben viel mit Bedürfnissen zu tun. Mehr dazu gibt es hier). Bsp.: Anstatt viele Entryfrags zu machen, konzentriere ich mich darauf, meinen Mitspielern das Spiel so angenehm wie möglich zu machen.

Es gibt die (gar nicht so kleine) Möglichkeit, dass sich auf diese Weise das Spiel dreht. Wenn das passiert, cool, ein Bonus. Aber in jedem Fall habe ich meinen Erfolg sicher! Wichtig ist noch, Erfolg nicht mit Unbeschwertheit gleichzusetzen – Erfolg fordert so ziemlich immer viel Arbeit!

Je mehr Spiele ich nutze, anstatt sie wegzuwerfen, desto besser und ruhiger werde ich. Das hilft mir – auch wenn ich jetzt das Spiel verliere – langfristig mehr zu gewinnen (auch außerhalb des Spiels)! Je mehr ich dies trainiere, desto schneller kannst ich unnötige Phasen der Trauer überspringen, weil ich jeder Situation ganz natürlich mit dem Mindset der Möglichkeiten begegne.

Du gewinnst immer!

Zum Schluss habe ich noch einen Bonustipp für dich:
Finde heraus was dir hilft und schreib dir deinen Notfallplan auf, damit du ihn parat hast. Hier bietet es sich an, besonders auf zwei Dinge Wert zu legen:

  • Was ist dein Release, wenn du merkst, dass du auf dem Weg zum Tilt bist? Am besten beeinflusst der Release deine Mitspieler nicht negativ.
  • Mit welcher Aussage wird das Mindset der Möglichkeiten in deinem Kopf präsent, während um dich herum alles den Bach runter geht? Formuliere 1-3 Sätze. Diese bieten sich auch im Spiel für eine kleine Ermutigungsrede an. Ich habe so schon oft erlebt, dass sich einzelne Leute von meiner Leidenschaft anstecken lassen.

Wenn du ein Gewinner sein willst, dann gibt die Kontrolle über dein (er-)Leben nicht auf! Es braucht etwas Übung, die Schritte direkt abrufen und anwenden zu können, aber es lohnt sich. Gib nicht auf. Das Mindset der Möglichkeiten bringt dich im Spiel und im Leben weiter.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

aus „Invictus“ von William Ernest Henley

Jetzt bist du dran. Probier dich aus. Fang klein an. Konzentriere dich auf eine Sache und mach sie besser als sonst. Ändere deine Perspektive. Welche Möglichkeiten hast du? Definiere deinen Erfolg. Du kannst nur gewinnen!

Schreib in die Kommentare, was dich am meisten runterzieht und was du dagegen tust.

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments