Die Kurzsichtigkeit der Macht

Diesen Satz sagt der Berater zum König. „Falsch.“ sage ich laut vor mich hin, „Das ist kein Frieden; es ist im mindestens Herrschaft und wahrscheinlich Unterdrückung.“ Der König scheint das ähnlich zu sehen. Keine weiteren Details. Den Film „The King“ kann ich empfehlen – da kann man echt viele Dinge rausnehmen! Hier geht’s jetzt aber um Frieden und die Frage, was das eigentlich ist.

Was ist Frieden?

Meine spontane Antwort, die ich während des Films fix auf meinem Shiftphone festhalte: „Frieden ist die Einigkeit zweier Parteien darüber, dass sich jede eigene Meinung der Würde des Gegenüber unterordnen muss. Konflikt darf es geben, aber Frieden muss gewählt und bewahrt werden.“

Mit etwas Abstand bin ich nicht ganz zufrieden. Das scheint zu wenig. Das Wort „Frieden“ benutze ich persönlich eigentlich nur in einem Zusammenhang: Frieden von Gott. Damit meine ich eine innere Leichtigkeit, Ruhe, Harmonie und Klarheit. Ich strecke mich oft nach diesem Frieden aus, den ich bisher nur bei Gott gefunden habe. Der Grund dafür ist die Feststellung, dass im Rahmen dieses Friedens immer das Gute in meinem Leben aufblüht. Das kann auch bedeuten, dass dieser Frieden eine innere Unruhe bezüglich etwas anstößt, dass es zu ändern gilt oder dass ich Frieden trotz äußerer Turbolenzen habe. Meine Aussage während des Films war natürlich vom Anblick kriegerischer Auseinandersetzung geprägt. Aber trotzdem passen beide Überlegungen zu einander:

In diesem Frieden, der Gutes aufblühen lässt, darf Konflikt sein. Ich bin kein Befürworter von Happy-Clappy-Everything is awesome-Verblendung oder christlichem „Wir haben uns alle lieb und sind alle gleich“-Nonsense, der nur ekelhaften Einheitsbrei kocht. Nein, ich glaube, dass Konflikt sein darf, aber im Rahmen vom Frieden dient er eben dazu, dass das Gute aufblüht – und dazu ist zwingend notwendig, dass sich jede eigene Meinung der Würde des Gegenüber unterordnen muss.

Es braucht beide Seiten

Friede ist kein Produkt, dass ein Mensch machen kann. Wer besiegt ist kann rebellieren und wer unterdrückt ist hat keine Wahl. Echten Frieden bekommen wir geschenkt – und wir können ihn weitergeben. Er geht von innen nach außen. Echten Frieden gibt es nur in uns selbst („Friede ist Freiheit in Ruhe.“ – Marcus Tullius Cicero) und im Miteinander dementsprechend nur freiwillig. Deshalb muss Friede gewählt und bewahrt werden. In diesem Sinne will ich ein Mensch sein, der Frieden sucht und ihm nachjagt (Ps. 34,15), damit ich, sofern es an mir liegt, mit allen anderen Menschen Frieden haben kann (Rö. 12,18).

Was bedeutet Frieden für dich? Bitte nicht direkt googlen, sondern erstmal 10 Sekunden nachspüren. Bin richtig gespannt!

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