Am 23.12.2017 durfte ich im abendlichen Vortagsprogramm zum Fest der Liebe predigen.

Hier gibt es die ganze Predigt zum Ansehen (und untenstehend zum Mitlesen). Viel Spaß!

Weihnachten: das jährlich romantische Fest, das stresst – oder: Der Beginn des größten Witzes
und zugleich der derbste Rückschlag fürs System dieser Welt und ihres falschen Gesichtes.

Hör‘ gut zu, damit sich nicht bloß Worte heute in dein Gehirn mit Reimen bohr’n
Denn es geht um die Botschaft hinter dieser Fassade aus der nun folgenden lyrischen Reinform.

Zu Beginn frage ich: Wie kann uns’re Gesellschaft morgen feiern und das ganz ohne Scham
Wenn uns Schicksale nicht int’ressieren sondern nur Quartalsverkaufszahlen
Es waren nicht die Reichen und Starken​ sondern die Schwachen und Armen
zu denen er nicht nur wie ein Arzt und großer Hoffnungsspender kam
ich frag nochmal: wie könn‘ wir morgen in Glamour feiern, während wir neben dem Elend steh’n
es liegt ganz einfach daran, dass uns die Liebe nicht durchdringt oder wir sie einfach nicht ernstnehm‘

Ich weiß nicht wie’s dir heute geht und was du über Weihnachten denkst
und wie du deine Schritte durch das Labyrinth aus Geschenke kaufen, Familie treffen, ordentlich essen und allem was du vielleicht sonst noch so alles Feststress nennst lenkst

Ich weiß nicht was du erwartest und wie so deine Tradition ist
aber ich schätze mal aus Erfahrung, dass du gerade noch nicht
in dem wofür Weihnachten irgendwie steht, nämlich in besinnlicher Ruhe, angekommen bist.
Deshalb hoffe ich sehr, dass du die Message heute Abend nicht ganz so schnell vergisst
denn zu verstehen worum es wirklich geht ist wahrhaftig etwas wichtiges
etwas tatsächlich Menschen-Verzauberndes
und gleichsam an den Herrscher dieser Welt einfach der heftigste Diss,
der wie das Lied zu Beginn hier die Atmosphäre zerriss
und dich wachzumachen versuchte wie Kaffee oder dieser Energy-aus-Aluminium-Dosen-Mist
Hat dich das eben erschrocken – Hände hoch! – vielleicht ja auch nich‘
Dann war es wenigstens, für den, der es nicht kannte, unerwartet, schätze ich

Womöglich bist du ja auch jemand, dem, was ich hier tu‘, bisher überhaupt nicht gefällt
dann danke ich dir für deine Ehrlichkeit, Geschmack ist verschieden, aber genau das will ich dir über Weihnachten sagen: es wird alles auf den Kopf gestellt

Genau darum sollt‘ es geh‘n, uns zu prüfen und das weltliches Denken komplett umzudreh’n
denn wir glaubten schon immer alles ganz genau zu versteh’n und konnten trotz ausgiebiger Ankündigung die wahre Art Gottes nicht sehen.

Der Herrscher kommt, der Schöpfer und er der Erdenker von allem was du findest
kam, um seine Herrschaft anzutreten in der erbärmlichen Gestalt eines ärmlichen Kindes
liegend im kärglichen Trog eines dämlichen Rindes. WAS IST DES?!
Das Buch will mir ernsthaft von Gott erzählen, der Universen erschafft, ohne Mühe, so sanft und leise wie das Hauchen des Windes
und kommt dann mit sowas, ist das nicht Blasphemie; sag mal SPINNT ES?

Doch genau so fing es an, als Jesus kam:

Als wollte er uns damals schon für heute mit nem Augenzwinkern etwas sagen
Da er bereits als Kind angewiesen war auf Leute die etwas Erbarmen haben
und sich auch nicht zu schade waren
selbst im Angesicht von Mördern mit selbstgefährdenden Maßnahmen
für das Leben einzustehen und erst lang nachdem sie ihr eigenes gaben
obwohl sie’s darauf nicht mal absahen von uns hier Ruhm und Ehre absahnen
wie die Kunden eines Konditors vollen Mundes dessen Backwaren.

Zweite Seite. Das System von dem ich schreibe und ihr falsches Gesicht
baut auf Hass und Gewalt auf und schätzt Gerechtigkeit nicht
So vieles, das wir als hoch ansehen, basiert allerdings nur auf Schein
und weil Gott dieses Prinzip angreift, passt er hier scheinbar nicht rein
Dann werfen wir ihm vor, was er verlangt, sei’n viel zu hohe Maßstäbe
und interpretier‘n deshalb die Bergpredigt als rein metaphorische Rede
wir sagen Gott ist ein Alien, ne nette Idee für alte Leute in zu langen Hemden,
den wir aus der Realität streichen müssen, obwohl wir es zu Beginn waren, die sich entschieden haben, sich seiner Realität zu entfremden.
Und wenn heute Menschen ausbrechen, dann nenn‘ wir das rebellier‘n,
doch was Gottes natürliche Art ist, was er an Weihnachten begann, das wagen wir nicht im Traum zu riskier’n.
Denn was man als ausschließlich Gerechter in einem solchen System erleiden muss
schrieb auch schon Plato in seinem Aufsatz „Politeia“ 400 Jahre vor Christus
ca. so: Er wird gegeißelt, gefoltert, gebunden und sie werden ihn dann schlussendlich durch Kreuzigung umbringen
Den Beweggrund dahinter ließ uns auch die apokryphische Weisheit bereits verkündigen,
Zitat: „er ist uns lästig und widersetzt sich unserm Tun und schilt uns, weil wir gegen das Gesetz sündigen“

So sieht es aus, Leute, doch er wusste was er tat
sein ganzes Leben lang und auch am Ende, als er starb
denn es war kein quid pro quo, indem er nach der Rechnung bat,
sondern vielmehr die Liebe selbst, die sich – einfach so – freiwillig hingab.

Also wenn wir vom Fest der Liebe reden bitte ich uns nicht einfach beim Gehen,
sondern beim bewussten Stehenbleiben auf die Fakten, nämlich was das bedeutet, zu sehen
die Offenbarung dessen wer Gott wirklich ist, ist in Jesus geschehen
der uns mit seinem ganzen Leben einlädt, die echte Realität erneut zu verstehen

Die Menschheit hat sich schon so oft verschätzt
doch alles, was wir über Gott wissen müssen ist Jesus versteckt

Gott ist geduldig und freundlich, nicht verbissen und er prahlt nicht
Gott schaut nicht auf andere herab, er lästert und klagt nicht.
Er verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil
er lässt sich nicht reizen und ist kein nachtragendes Unheil.
Er freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt.
Er nimmt alles auf sich, verliert nie Glauben noch Hoffnung, obwohl er weiß, dass er deshalb bald dort im Grab liegt.

Gott selbst ist die Liebe und deshalb besteht das ganze Gesetz
darin einfach ehrlich zu lieben, Gott, die and’ren und auch ernsthaft sich selbst

Damit Veränderung geschieht, braucht es den richtigen Start
Der ist die eigene Adresse und das klingt ganz schön hart
Wenn Weihnachten anklopft, ganz direkt und ernsthaft fragt:
Bin ich womöglich in ein falsches Bild des wahren Lebens vernarrt?

Denn wenn Jesus mein Vorbild ist bin ich nicht auf ‘ner gemütlichen Fahrt
Nicht konsequent zu lieben, hätte ihm schließlich ‘ne Menge erspart
Verrat, all den Schmerz und dann als Gott in ‘nem Steinsarg
eingekerkert für drei Tage bevor der Himmel sich auftat
nur damit, nach der bedeutendsten Aktion der Menschheitsgeschichte, kurz vor der Himmelfahrt
deine engsten Vertrauten glauben, es sei die Zeit, Israel wieder aufzubauen und man sich vorstellt wie du da stehst und dich fragst:

Was ist bei euch denn verdreht? Wie kann es sein, dass ihr noch nicht versteht,
dass wo Gottes Reich eintritt, alles was ihr kennt plötzlich radikal Kopfsteht?

Das ist harter Tobak, aber Weihnachten stellt mir die Frage,
ob ich einfach nur von Liebe sprech‘ oder tatsächlich die Bereitschaft habe,
mich von ihr bestimmen zu lassen, auch wenn das heißt mich zu Kreuze zu tragen.
Die Liebe zu feiern ist nicht bloß ne gesellschaftliche Verkleidung
sie wirklich zu tragen ist ne extreme und nicht leichtfertig zu treffende Entscheidung

Denn:

Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.

Bin ich dazu bereit?

Egal was du jetzt denkst, das ist’s was an Weihnachten passiert
Gott kommt als Mensch in die Welt und er sagt zu dir:
Hab keine Angst, Liebe ist das beste was es gibt
Dafür wurdest du geschaffen, um dich daran zu erinnern und dir zu zeigen wie es geht, bin ich jetzt hier.

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